Fast jeder Mensch ist in seinem Leben mal auf einen Kredit angewiesen. Zudem steigt die private Verschuldung statistisch weiter an. Dabei kann es auch sein, dass man gleichzeitig arbeitslos ist. Und im Rahmen der Arbeitslosigkeit werden eventuell vorhande Sicherheiten für einen Kredit meist zu anderen Überlebenszwecken gebraucht. Damit sind die Voraussetzungen für einen Kredit als arbeitsloser denkbar schlecht. Bekommt man nun auch Kredite für Arbeitslose oder ist das aussichtslos?
Es gibt kaum einen Menschen, der nicht zumindest einmal in seinem Leben in eine finanzielle Notlage gekommen ist und ein Darlehen benötigte, um wieder Fuss zu fassen. Oftmals entstehen bloß aufgrund mangelnder Liquidität weitere, eigentlich unnötige Schulden. Um in der finanziell und kredittechnisch besonderen Situation der Arbeitslosigkeit einen Kredit zu erlangen, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten, wobei meist nur eine vereinzelt Erfolg verspricht.
In den meisten Fällen ist es kein großes Problem eine regional bekannte Bank oder eben seine Hausbank zu finden und aufzusuchen. Meist wird es am Wohnort des Kreditnehmers mindestens ein Bankhaus geben. Wichtig ist, dass man das erste “echte” Gespräch vorbereitet führt. Daher kann man sich im Internet vorinformieren, worauf es ankommt und welche Unterlagen erforderlich sind. Am besten bringen Sie die relevanten Unterlagen vor dem ersten Beratungstermin beim dem zuständigen Betreuer vorbei – so wird das erste Gespräch gleich wesentlich aufschlussreicher. Drängen Sie den Berater bei negativer Haltung ruhig zu offenen Äußerungen und fragen Sie, was sie/er an Ihrer Stelle tun würde. Dazu einfach vorher anrufen und Fragen stellen. Beispielsweise:
Ist beispielsweise Ihre Schufa mit negativen Einträgen behaftet, können Sie praktisch in allen Fällen einen Kredit vergessen. Seit Basel II sind die traditionalen Banken zudem sehr auf Sicherheiten bedacht. Fehlen diese versuchen die Banken das meist durch höhere Zinsen zu kompensieren. Ein günstiger Kredit ist damit kaum möglich. Damit ist für klassische Kreditinstitute Kredit und arbeitslos meist ein nicht vereinbarer Widerspruch.
Die Kreditanbieter scheuen sich nämlich meist davor einem Arbeitslosen einen Kredit zu gewähren, weil dieser keine Sicherheit durch ein regelmäßiges Arbeitseinkommen vorweisen kann. Fast immer kann man daher von einer Ablehnung ausgehen. Denn Arbeitseinkommen ist oftmals die einzig solide Sicherheit und wird daher klassischerweise ins Auge gefasst. Daher muss man Alternativen oder Überbrückungen finden.
Falls sich aber möglicherweise ein solventer Bürge finden sollte, ist das Fehlen eigener Sicherheiten weniger gewichtig. Auch kann der Antragsteller mit anderen Sicherheiten aufwarten – wie zum Beispiel eine große Lebensversicherung, Schmuck und andere Wertsachen etc. Bei Lebensversicherungen muss man aber darauf achten, dass der (Rückkaufs)Wert zu Beginn relativ gering ist, da regelmäßig die ersten Beitragszahlungen an den Vermittler und die Verwaltung gehen.
Im Übrigen gilt hier: Seien Sie kreativ – aber realistisch. Betrachten Sie Ihre persönliche Situation, Vermögen, Qualifikationen einmal möglichst neutral von außen. Dann treten Sie nicht als Bittsteller auf bleiben Sie andererseits aber auch immer auf partnerschaftlicher Ebene. Sie wollen Geld und die Bank würde wohl daran verdienen. Also grundsätzlich für beide Seiten von Vorteil.
Auch das Internet ist in solchen – vielleicht manchmal peinlichen oder unangenehmen Fragen – sehr hilfreich mit einer sehr großen Anzahl von Kreditinstituten und Kreditvermittlern. Vielfach ist die anonyme Anfrage für die meisten Menschen einfacher als den unangenehmen Weg zur Haus-Bank anzutreten.
Besteht allerdings bei dem Antragsteller eine Arbeitslosigkeit – wobei vielfach die finanziellen Probleme erst dadurch entstanden sind – hat es derjenige gar nicht leicht zu einem Kredit zu kommen, so gerne er ihn auch haben möchte und egal wie dringend er das Geld auch brauchen mag.
Allerdings gibt es danben auch tatsächlich noch Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben auch Arbeitslosen einen Ratenkredit zu vermitteln, wenn die Relationen stimmen – d.h. übersehbare Schulden, die Höhe des Arbeitslosengeldes etc. Dies sind meist private oder ausländische Kreditanbieter und der Kreditrahmen ist meist maximal 50.000 Euro.
Eine weitere – aber leider nicht sichere – Möglichkeit ist auch der schufafreie Kredit bei einer schweizer Bank – ein sog. Schweizer Kredit. Hier beträgt das Kreditvolumen meist maximal 5.000 Euro und die Zinsen sind etwas höher als bei einem normalen Ratendarlehen. Dafür werden keine Sicherheiten benötigt und eine Schufa-Abfrage findet nicht statt. Wichtig zu wissen ist auch noch, dass bei vielen solcher sog. Schweizer Krediten eine feste Berufsanstellung erforderlich ist. Als Arbeitsloser gilt es also Geduld und Durchhaltevermögen bei der Suche mitzubringen. Günstige Kredite sind meist aufgrund der schlechten Bonität nicht zu bekommen, da sich Banken und Kreditgeber das höhere Ausfallrisiko durch höhere Zinsen bezahlen lassen. Aus reiner Kreditsicht ist der beste, wenngleich oft schwer umsetzbare Rat: erreichen Sie zuvor ein (möglichst sicheres) Arbeitseinkommen.
Ansonsten bleiben bei gutem Schufa-Scoring noch staatliche Förderungen, wie durch die KfW-Mittelstandsbank oder mancher Kommunen und Länder. Dazu müssten Sie allerdings ein solides, tragfähiges Konzept einer Unternehmensgründung plausibel vorlegen können, dies tatsächlich durchziehen und langen zeitlichen Vorlauf einplanen. Dann stünden Ihnen evtl. auch Förderungen wir durch die bekannte so genannte Ich-AG evtl. zu – und arbeitslos wären Sie auch nicht mehr.
Viel Erfolg!
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