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Schlagwort: Bewertung

Wie man den richtigen Immobilien-Makler findet

Wie findet man den richtigen Immobilien-Makler? In Zeiten minimaler Zinsen drängt das Kapital in andere Sicherheiten: Betongold. Wem Aktien zu riskant sind, flüchtet in Immobilien. Vor allem in Ballungszentren hat das zu enormen Wertsteigerungen von Immobilien in den letzten Jahren geführt. Gut für Verkäufer, eher schlecht für Käufer. Eine entscheidende Rolle spielt bei jeder Transaktion für beide Seiten der Immobilien-Makler. Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, wie man den richtigen Makler findet.

Wieso Devisengeschäfte das Finanzsystem gefährden

Häufig wird auf die Euro- bzw. EU-Spekulanten geschimpft. Dabei gibt es Devisengeschäfte oder außerbörslich gehandelte Finanzderivate schon länger. Der eigentliche Grund, warum diese Geschäfte so gefährlich werden, liegt in aller Regel nicht am Gegenstand der Spekulation. Natürlich kann man bei Nahrungsmitteln und Rohstoffen moralische sowie soziale Folgen monieren, letztlich gefährlich wird das aber durch das Volumen. Die Dosis macht bekanntlich das Gift. Der Trend der Finanzderivate und Devisengeschäfte ist eindeutig.

Gründe für die Wahl der (Haus)Bank

Gründe für die Wahl der (Haus)Bank

Auswahl der Bank

Was sind eigentlich die Gründe für oder gegen die Wahl einer Bank? Wieso ist man bei dieser (Haus)Bank? Die Berichte mit provisionserdrückten Bankverkäufern reißen nicht ab, ebensowenig die Spekulationen und irrealen Zinsversprechen. So manche Bank versucht es mittlerweile sogar mit neuem Namen. Wieso rennen also Kunden zu dieser Bank – oder zu einer anderen? Gute Frage.

Was Bank-Kunden wollen

Persönlich bin ich der Meinung, dass die meisten Menschen kapieren, dass drei Sternchen hinter einer Prozentzahl die Zahl an sich schon wieder überflüssig machen. Denn unterm Strich zählt das Ergebnis der Bank für ein Angebot dieser Bank. Das fordert schon das wirtschaftliche Leistungsprinzip – auch ganz ohne Leidenschaft.
Auch bin ich überzeugt davon, dass die meisten Menschen wissen, dass derzeit keine Zinsen über 2 Prozentpunkte drin sind, da die Banken selbst diese nicht vernünftig erwirtschaften können. Wer mehr bietet, muss auch mehr erwirtschaften – mit mehr Risiko. Wohin das führen kann, durften wir gerade miterleben und mit den Spekulationen mit Griechenland und dem Euro tagtäglich befürchten.
Allerdings glaube ich mittlerweile auch daran, dass die Gier im Menschen jegliche Vernunft eliminiert. Da ist ein Produkt besser, weil die Zahl in der Werbung größer oder der Monatsbeitrag doch deutlich niedriger ist als bei jährlicher Zahlungsweise.

Gründe für die Auswahl der Bank

YouGovPsychonomics AG, ein international tätiges Institut für Marktforschung, hat versucht durch Befragung die Antworten zu finden. Die Ergebnisse überraschen doch deutlich – und auch wieder nicht. Es folgen die Ergebnisse auszugsweise:

  1. Kostenlose Kontoführung
  2. gute Konditionen
  3. gut erreichbare Filialen
  4. viele Geldautomaten
  5. guter Ruf
  6. hohe Servicequalität
  7. hohe Beratungsqaulität
  8. persönlicher Kontakt

Es dürfte doch entscheidender sein, was man wirklich benötigt. Lieber 0,5% weniger Rendite für ein richtiges Produkt wie eine super Lebensversicherung, die man gar nicht braucht. Beratungsqaulität und -objektivität sollte meiner Meinung nach alles andere dominieren. So ginge Bank heute.

UPDATE: Nach einer Umfrage von Gallup Deutschland nimmt das Misstrauen gegenüber dem persönlichen Bankberater zu. So glauben auch 26%, dass die Bank nicht das hält, was sie verspricht. Daher erscheint es auch logisch, dass sich nur 14% an die Hausbank gebunden fühlen und keinen Wechsel erwägen.

Verlängerung Atomausstieg – die Gewinner

Kein Atomausstieg - die Gewinner

Kein Atomausstieg - die Gewinner

Angenommen, der bis 2022 geplante Atomausstieg wird verlängert. Wer sind die Gewinner bei einer Verlängerung des Atomausstiegs? Eigentlich logisch, die AKW-Betreiber. Wie wahrscheinlich eine Verlängerung des Atomausstiegs ist und wer wirklich wie davon profitieren würde.

Verlängerung Atomausstieg

Der Artikel beginnt mit „angenommen“, ist also spekulativ. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit ja nicht so gering, dass nach der Bundestagswahl Horst Schlämmer (HSP) CDU/CSU mit der FDP regieren könnte. Und Schwarz-Gelb steht bekanntlich für eine Verlängerung vom Atomausstieg. Der Ausstieg vom Atomausstieg ist also so unwahrscheinlich nicht.

Die Gewinner

Und jetzt kommts. Die Landesbank Baden-Württemberg hat mal versucht zu ermitteln, was das den großen Energieversorgern wie RWE, E.on, Vattenfall bringen würde. Festhalten. Bei angenommer Strompreiserhöhung auf 80 Euro pro MWh und 25 Jahre Verlängerung (sicher extreme Annahmen) wären das für die drei größten deutschen Versorger etwa 200 Milliarden Zusatzerlöse. Also selbst wann man konservativer rechnet, es bleibt bei Milliarden. Kein Wunder also, dass die Lobby auf Hochturen arbeitet – geht ja um Peanuts.

Hypo Real Estate: Insolvenz und Systemrelevanz

Warum die HRE nicht pleite gehen darf

Hypo Real Estate (HRE): Insolvenz und Systemrelevanz

Der Staat steckt weitere Milliarden Steuergelder in die Hypo Real Estate (HRE). Die Bank sei systemrelevant und eine Insolvenz daher ultima ratio, also – wenn überhaupt – nur allerletzte Option. Wieso fragt man sich als aufmerksamer Steuerzahler? Hätte man die mittlerweile über 100 Milliarden nicht besser, solider neu investieren können? Dafür hätte man den Transrapid nach Stoibers Rechnung um die halbe Welt gebaut.

Systemrelevanz: Wieso die HRE systemrelevant ist

Kurz und klar: Ginge die Hype Real Estate pleite, ginge damit für viele Sparer die angesparte Altersvorsorge mit pleite. Denn große Vermögen der Pensionskassen bis zu Versorgungseinrichtungen sowie Lebensversicherer sind bei der HRE investiert. Diese lagern das einbezahlte Geld ja nicht im tresor, sondern müssen eigene Kosten sowie die versprochenen Leistungen erwirtschaften.

Lebensversicherungen

Die Lebensversicherer haben nach Schätzung der ARD (Plusminus vom 17.3.09) 55 Milliarden der HRE geliehen. Die Lebensversicherer haben dafür keine Sicherheiten erhalten. Diese 55 Milliarden sind natürlich zum Großteil im Deckungsstock der Überschussbeteiligungen enthalten. Die Überschüsse für die LV gingen dadurch entsprechend zurück.

Pfandbriefe

Bürger und Versicherer haben weiter Pfandbriefe für ca. 100 Milliarden Euro bei der HRE angelegt. Aufgrund des Wesens der Pfandbriefe, die mit Grundschulden besichert sind, sieht es hier nicht so schlecht aus, wenngleich auch alle Experten nicht wollen, dass diese Sicherheiten in Anspruch genommen würden. Wieso, konnte mir noch niemand so genau erklären.

Insolvenz der HRE

Daher können sich weder Staat noch Bürger eine Insolvenz der Hypo Real Estate leisten – weder finanziell noch psychologisch.

Weitere Meinungen

Betrachtet man die Zitate und Aussagen im Verlauf der Krise, gibt einem das schon zu denken. Letzter Schritt scheint vorerst die gesetzliche Zwangsenteignung zu sein, wenngelcih die bissigen Kommentare dazu wohl eher als verhalten bezeichnet werden können. Die FDP hat nun einen Untersuchungsausschuss beantragt.
Mehr Gedanken und mögliche Antworten zur HRE findet Ihr bei DasDenken und beim BlogohneNamen (beide absolut lesenswert).
Der Titel des Unternehmen des Jahres wird der Hypo Real Estate wohl nicht mehr zu nehmen sein. Obwohl, man soll das Jahr nicht vor dem Ende…

Garantiezins, stille Lasten der Versicherungen

Garantiezins und stille Lasten bei Lebens-Versicherungen

Garantiezins und stille Lasten bei Versicherungen

Stille Lasten sind das Gegenstück der stillen Reserven. Werden daher in Bilanz oder GuV Vermögenswerte überbewertet oder Schulden unterbewertet, steht das Unternehmen tatsächlich schlechter dar, als es auf dem Papier der Fall ist. Mit solchen stillen Lasten haben aufgrund der Kursverluste und Wertverluste an den Börsen die Versicherungen, vor allem die Lebensversicherungen, zu kämpfen.

Garantiezins bei Lebensversicherungen

Denn vor allem Lebensversicherungen garantieren einen bestimmten Mindestzins. Dieser ist zwar regelmäßig nicht hoch, aber das ist relativ. Die Versicherungen garantieren also eine bestimmte Mindestverzinsung, versuchen selbst mehr Zinsen zu erwirtschaften und geben ggf. einen Teil davon wieder an den Versicherungsnehmer weiter.
Die Finanzkrise führte zu Verlusten, auch für die Versicherungen. Damit fielen deren Renditen und der Garantiezins könnte nun teilweise gar nicht mehr erreicht werden.
Bei den Lebensversicherungen variiert der garantierte Zins je nach Abschlussjahr. Im Schnitt müssen die Verischerer aber 3,6 % erwirtschaften. Dass der Kapitalmarkt derzeit auch für Großanleger nicht so viel hergibt, können Sie bei jeder seriösen Bank bei der Konditionsanfrage erfahren.

Stille Lasten ein Risiko bei Versicherungen?

Die meisten Versicherungen haben aus dem Börsencrash 2002/2003 gelernt, wenngleich viele Versicherungen auch die Jahre danach noch mit den Folgen kämpfen mussten (vgl. Manager Magazin). Die Aktienquote dürfte daher bei den meisten Versicherungen gering sein. Allerdings würden etwa mit einer Pleite der arg bedrohten Hypo Real Estate auch sicher geglaubte Papiere in Gefahr kommen. Auch daher begründet sich auch der Status systemrelevant, was derzeit zu unglaublicher Bedienmentalität führen kann.

Rohstoffpreise: aktuelle Entwicklung

Die Rohstoffe und damit auch die Rohstoffpreise sind in Krisenzeiten immer ein Thema, da hier Sachwerte hinter den Werten stehen, was für mehr Sicherheit sorgen soll. Gefragte Rohstoffe sind daher für sicherheitsorientierte aber auch für spekulative Anleger ein interessanter Investitionsbereich. Die aktuelle Entwicklung mancher Rohstoffe (siehe Goldpreisentwicklung) zeigt dies deutlich.

Rohstoffpreise: Entwicklung bei Agrar-Rohstoffen

Agrar-Rohstoffpreise

Agrar-Rohstoffpreise

Entscheidend ist für eine Anlage aber die künftige Entwicklung im Rahmen des zeitlichen Anlagehorizonts. Je mehr Spekulanten mitmischen, desto riskanter wird die Anlage in einen Rohstoff.
Spannend sind daher Agrar-Rohstoffe, da die Entwicklung der Rohstoffpreise hier von vielen Agrarexperten und Fondsmanager relativ einheitlich gesehen werden.

In Südamerika haben Dürren weite Teile der Ernteerträge vernichtet. Bei der Sojaernte wird ein Minus von 5%, bei der Maisernte von 15% erwartet. Laut Focus Money 9/09, S.8 schätzen manche Experten die Verluste auch bis zu 40% ein. Zumindest ein Teil dieser Erwartungen hat sich bereits in Preissteigerungen für diese Rohstoffe niedergeschlagen. Strenge Kreditvergaberichtlinien dürften es den meisten Anbauern in Südamerika erschweren, Verluste und Schäden auszugleichen.

Entscheidend wird daher sein, inwieweit die großen Agrarproduktionen in den USA diesen Ausfalls ausgleichen und für mehr Angebot sorgen können. Ende März veröffentlich das US-Landwirtschaftsministerium u.a. dazu eine Umfrage. Daneben bestehen aber eine Menge weiterer Einflüsse auf die Rohstoffpreise, so dass es auf jeden Fall spannend bleibt.

Wer das nicht abwarten kann oder will, sollte sich vielleicht auch die Entwicklung anderer Rohstoffpreise wie etwa bei Milchprodukten oder auch Backwaren, Obst etc. ansehen.

Die kalte Progression

Im Rahmen des zweiten Konjunkturpaktes der Regierung fällt die „kalte Progression“ als Stichwort immer wieder. Was ist nun die kalte Progression, was macht die kalte Progression aus und wo liegt das Problem? Gerade als Sparer und Steuerzahler sollte man dieses Thema einmal verstanden haben. Denn dieses Wissen dient nicht nur dem Verständnis hinsichtlich des Begriffs kalte Progression, sondern könnte durchaus Folgen für weitere Investitions- und Sparüberlegungen haben.

Was ist die kalte Progression?

Was die kalte Progression ausmacht

Was die kalte Progression ausmacht

Wir sind im Steuerrecht. Die letzten Jahrzehnte gab es in Deutschland eine Inflation. Das bedeuted, die Kaufkraft des Geldes wird weniger, das Geld also weniger wert.
Wer also 1990 umgerechnet 2.000 Euro verdient hatte, konnte sich damals mehr leisten als wenn dieser heute 2.000 Euro verdient. Daher sind über die letzten Jahrzehnte die Einkommen laufend gestiegen – meist allein, um die tatsächliche Kaufkraft zu erhalten.

Der Steuertarif (ab wieviel Euro zu versteuernden Einkommens welcher Satz an Steuern abzugeben ist) hat sich in dieser Zeit aber kaum geändert. Durch die inflationsbedingten Einkommenssteigerungen zahlen wir laufend mehr Steuern. So haben sich die Einkünfte etwa von 1980 bis 1990 verdoppelt, der Zeitpunkt an dem man den Spitzensteuersatz zahlen muss, aber nicht.

Dadurch erhöhen sich schleichend automatisch auch die Steuereinnahmen. Das nennt man stille oder kalte Progression. Progression bedeutet, dass besser Verdienende einen höheren Anteil als Geringverdiener als Steuern abgeben müssen.

Wie viel macht die kalte Progression aus?

Laut einer aktuellen Berechnung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) flossen dem Fiskus allein durch die kalte Progression zwischen 2001 und 2006 ganze 63 Milliarden Steuereinnahmen zu.
Das macht also eine Menge aus, die man zudem nicht konkret vor dem Wähler rechtfertigen muss.

Wie ist das in anderen Ländern?

Viele Länder sind gesetzlich verpflichtet, diese kalte oder stille Progression auszugleichen. Zahlreiche eursopäische Länder haben keine Progression (wer mehr verdient zahlt auch einen größeren Anteil), sondern eine Einstufensteuer (ein einziger Prozentsatz für alle). Damit stellt sich das Problem nicht.

Was macht das Konjunkturpaket mit der kalten Progression?

Allen Ankündigungen zum Trotz: gar nichts. Lediglich der Grundfreibetrag wird auf 8.000 Euro erhöht. Das bringt 3,5 Milliarden Euro, also pro Steuerzahler etwa 4,20 Euro pro Monat.
Die nächste Currywurst geht also auf den Fiskus. Ob’s der Konjunktur nützt, wird sich zeigen. Optimistisch sind allerdings die wenigsten.
Zuletzt stirbt bekanntlich die – große Steuerreform.

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