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Schlagwort: Einkommen

Wie viel verdient ein Arzt?!

Bei den aktuellen Honorarverhandlungen für 2015 zwischen den niedergelassenen Kassen-Ärzten und den Krankenkassen verschlagen die Forderungen der Ärzte einem unvoreingenommenen Betrachter die Sprache. Die Ärzte fordern 5 Milliarden Euro – mehr für 2015. Je nach Berechnung wären das im Schnitt 15% mehr Honorar. Dabei liegt der Durchschnittsgewinn je Praxis bereits bei 166.000 Euro, sofern man dem Statistischen Bundesamt glaubt. Wie viel verdient ein Arzt?

Managergehälter trotzen Wirtschaftskrise

Managergehälter trotzen Wirtschaftskrise

Managergehälter trotzen Wirtschaftskrise

Wir erinnern uns: die Managergehälter waren vor der Wirtschaftskrise nicht nur politisch heiß diskutiertes Streitthema. Während der Wirtschaftskrise waren andere Themen wie HRE oder die Entwicklung der Rohstoffpreise im Vordergrund. Nachdem nun zumindest psychologisch wohl das Schlimmste überstanden ist, geht der Blick wieder auf die Managergehälter.

Managergehälter in Relation

Man kann sich dem Thema Managergehälter ja in zwei Richtungen widmen. Denn letzlich geht es immer um eine Verhältnismäßigkeit, an der man die Höhe bewerten kann. Da liegt zum einem das Verhältnis zum normalen „Durchschnittsangestellten“ nahe.
Als Rechtfertigung für die häufig 1000mal höheren Vorstandsbezüge werden immer zwei Gründe genannt.

1. Verantwortung rechtfertigt Managergehälter

Dabei hat zumindest aus meiner Sicht ein Top-Manager sogar weniger Verantwortung als derjenige, dessen persönliche Existenz vom Arbeitsplatz abhängt. Denn das eigene Überleben ist ja wohl noch das wichtigste Bedürfnis jedes Menschen. Hierfür spielen die Entscheidungen der Top-Manager aber praktisch keine Rolle. Vielleicht muss man die dritte Villa in Südspanien dann zwar verkaufen, aber wirklich lebendesbedrohlich wird es nicht werden – so oder so nicht. Eine wirkliche Managerhaftung auf persönlicher Ebene gibt es nicht – oder diese ist mit einer so genannten D&O (Directors-and-Officers-Liability-Police) Versicherung abgesichert. Also genau genommen kein Argument.

2. Internationaler Vergleich rechtfertigt Managergehälter

Zweitens wird quasi das internationale Gehältsniveau der Managergehälter angeführt, wobei eigentlich immer nur auf die USA verwiesen wird. Logisch, denn beispielsweise in Asien, liegt das Managergehaltsniveau um ein Vielfaches niedriger. Davon abgesehen gibt es auch gar keinen globalen Manager-Wettbewerb. Kaum ein deutscher Topmanager ist das bei einem ausländisches Unternehmen in den USA oder Asien. Ergo: schmarrn.

Managergehälter in Abhängigkeit

Als zweite Richtung kann man die Gehälter als logische Konsequenz aus bestimmten Abhängigkeiten zu begreifen versuchen. So sind derzeit nur etwa 1/3 festes Gehalt und 2/3 sind variabel bzw. bestehen aus Aktienoptionen. Damit hängen 2/3 unmittelbar am operativen Profit des Unternehmens. Das Gesetz zut nachhaltigen Unternehmensführung versucht genau an dieser kurzfristigen Denkweise anzusetzen, hat sich bislang aber nicht sonderlich bemerkebar gemacht.
Wenn nun im Zuge der Wirtschaftskrise die Profite gesunken sind (oft bis in die Verlustzone), dann müssten doch eigentlich logischerweise auch die Managergehälter gesunken sein, oder? Einerm aktuellen Bericht des Handelsblattes zufolge seien die Managergehälter 2008 nur um ca. 1 Millione gesunken und 2009 kaum gesunken.

Vorbild Warren Buffet

US-Investor-Legende und drittreichster Mensch der Welt Warren Buffet lebt noch heute im selben Haus, das er 1958 für etwas über 30.000 USD gekauft hat. Das wäre doch eine Aufnahme ins Gesetz zut nachhaltigen Unternehmensführung wert gewesen. Oder?

Steuersünder-CD bringt 2.500 Selbstanzeigen

Steuersünder-CD fördert Selbstanzeigen

Steuersünder-CD fördert Selbstanzeigen

Die Diskussion um den Ankauf der Steuersünder-CD brachte bislang satte 2.500 Selbstanzeigen. Damit refinanziert allein die lange Wartezeit die Kosten der Steuersünder-CD. Und der Druck verbreitet weiter Angst bei den Steuersündern, so dass sich spezialisierte Steuerrechtsanwälte mit einer stark wachsenden Zahl an Selbstanzeigen konfrontiert sehen. Steuerbewusstsein und Unrechtsbewusstsein scheinen sich von der Debatte um den Ankauf auf die Steuersünder und deren Gewissen zu übertragen.

Selbstanzeige im Steuerrecht

Steuerhinterziehung ist im deutschen Recht kein Kavaliersdelikt, erst recht wenn höhere Beträge im Spiel sind. Damit wären wir auch schon beim wohl einzigen wirklichen Druckmittel gegen die Steuersünder: Nur Strafen bis zu zwei Jahren können zur Bewährung ausgesetzt werden – darüber droht zwingend Haft. Da niemand dieser Reichen gerne die Villa gegen eine Zelle tauscht, bleibt oftmals nur die Selbstanzeige beim Finanzamt, um dem Risiko zu entgehen.
Denn wer sich selbst anzeigt, bevor (!) das Finanzamt dahinter kommt, profitiert deutlich. Da nun mit dem Ankauf der Steuersünder-CD die Entdeckung durch das Finanzamt droht, wird diese Gefahr plötzlich konkret.

Laut dem Vorsitzenden der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, sind seit der Diskussion um den Ankauf der Steuersünder-CD 2.500 Selbstanzeigen eingegangen. Im Schnitt sind pro Selbstanzeige zwischen 100.000 und 300.000 an Steuern nachbezahlt worden. Damit kommt man auf etwa 300 Millionen Euro Nachzahlungen allein während der Ankaufsdebatte. Zudem ist dieser Betrag bereits bezahlt, also dem Staat zugeflossen.

Steuergerechtigkeit

Die derzeitige Diskussion verkennt bei allen Argumenten und Meinungen meiner Ansicht nach eines: man behebt dadurch keine Ursache für die Steuerflucht ins Ausland. Wenn die Schweiz auch den Abzug des Kapitals befürchten mag und dazu alle möglichen und unmöglichen Argumente ins Spiel bringt, die wahre Ursache bleibt stets außen vor.
Denn nur wer sich ungerechtfertigt entreichert sieht, steuert seine Einnahmen am Finanzamt vorbei strafbar ins Ausland. Würden diese Personen Ihre Steuerlast als gerechtfertigt empfinden, gäbe es das Problem gar nicht: keine Selbstanzeigen, keine Steuersünder-CD.
Nun ist Gerechtigkeit gerade im Steuerrecht in schwieriges, weil individuell sehr kontroverses Thema. Aber ein einfacheres, gerechteres Steuersystem hat die FDP bislang nicht ansatzweise gebracht. Dabei wäre eine umfassende, so genannte große Steuerreform absolut elementar.
Nebenbei sollten auch diejenigen Steuerzahler mal an den Pranger gestellt werden, die legal flüchten. So mag ein Michael Schuhmacher beruflich einsame Spitze sein, aus steuerlicher Sicht ist sein Verhalten eine schmarotzende Ohrfeige an alle Steuerzahler – auch wenn er jetzt in einem deutschen Team fährt. Für mich gilt Schuhmacher als Schweizer. Und wer beim nächsten Klitschko-Kampf die deutsche Fahne rausholt, ist genauso auf dem Holzweg.

Preissteigerung beim Oktoberfest

Preisindex Oktoberfest

Preisindex Oktoberfest

Die Preissteigerung beim Oktoberfest (Wiesn) ist jedes Jahr bei der Verkündung der kommenden Preise für die Maß Bier ein Thema. Gefühlt ist die Preissteigerung immer nahe an der Grenze der Unverschämtheit – doch das scheint der Beliebtheit bei den Besuchern wohl nicht zu schaden. Die Unicredit/ HVB hat das nun in einer Studie untersucht, inwieweit tatsächlich die Preissteigerung beim Oktoberfest fortschreitet.

Preisindex Oktoberfest

Der Betrachtungszeitraum lag zwischen 1985 und 2009 – ist also ganz aktuell. Dabei verglich man den klassischen Verbraucherpreisindex mit den Preisen für ein halbes Brathänchen, zwei Maß Bier und der Fahrkahrte für den öffentlichen Nahverkehr im MVV.
Dabei zogen die Preise im Jahr um satte 3,7% an, was seit 1985 einer Teuerungsrate von 140% entspricht. Im Vergleichszeitraum lag der normale Inflationswert des Verbraucherpreisindizes bei „nur“ 2%.
Betrachtet man den reinen Bierpreis wird es noch besser. Dieser stieg nämlich um 4% jährlich bzw. 168% seit 1985. Begründung des Analysten: Sonderwirtschaftszone.

Kurzarbeit: Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt

Kurzarbeit: Kurzarbeitergeld

Kurzarbeit: Kurzarbeitergeld

Kurzarbeit und damit auch Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt ist derzeit aufgrund der Wirtschaftskrise ein permanentes Thema. Meist wird man sogar im persönlichen Umfeld mit Menschen zu tun haben, die aufgrund Kurzarbeit nun Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt erhalten. Da die Meldungen nicht abreißen, grund genug, sich das Kurzarbeitergeld genauer anzuschauen.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld (Kug)

Das Arbeitsamt Die Arbeitsagentur bietet eine ganze Reihe finanzieller Hilfen – nicht nur für Arbeitslose Arbeitsuchende und Existenzgründer. Das Kurzarbeitergeld gibt es bei – richtig – Kurzarbeit. Beim Kurzarbeitergeld werden drei Ursachen unterschieden.

  1. Konjuknurelles Kurzarbeitergeld (Kug) – wenn die normale Arbeitszeit vorübergehend gekürzt wird aufgrund wirtschaftlicher Rezession oder unabwendbaren Ereignissen
  2. Saisonales Kurzarbeitergeld (Saison-Kug) – das bekannte Schlechtwettergeld, wenn aufgrund saisonaler Schwankungen eine ansonsten drohende Arbeitslosigkeit vermieden wird
  3. Transferbedingtes Kurzarbeitergeld/ Transferkurzarbeitergeld – für sinnvolle Maßnahmen bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt

Abgesehen von den Transfergesellschaften, in die frühere Arbeitnehmer bei Insolvenzen oft übergeführt werden, dürfte das konjukturelle Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt das derzeit am häufgisten beanspruchte sein. Die Bilanzen der Arbeitsagenturen dürften auf jeden Fall jetzt schon eine sprunghaft gestiegene Belastung aufweisen.
Dabei ist interessant, das die Regelbezugsfrist, also die Dauer („vorübergehend“) durch Verordnung vom 26.11.08 nun auch 18 Monate ansteigen darf (zumindest bis Ende 2009). Der Bezug von Kurzarbeitergeld setzt u.a. dringende betriebliche Erfordernisse voraus.
Dabei sind dies oft die größten Probleme. Denn Arbeitgeber versuchen aus der Krise das beste zu machen und die Arbeitnehmer in Zeiten der Kurzarbeit weiterzubilden, weiter zu qualifizieren. Doch diese Bildungsmaßnahmen müssen planbar sein und nehmen Zeit in Anspruch. Bräuchte man die Mitarbeiter aber dann kurzfristig wieder länger, wird es mangels Flexibilität schwierig. Daher sind meist flexible Arbeitsverhältnisse besser als eine bis zu 80%ige Förderung.

Die kalte Progression

Im Rahmen des zweiten Konjunkturpaktes der Regierung fällt die „kalte Progression“ als Stichwort immer wieder. Was ist nun die kalte Progression, was macht die kalte Progression aus und wo liegt das Problem? Gerade als Sparer und Steuerzahler sollte man dieses Thema einmal verstanden haben. Denn dieses Wissen dient nicht nur dem Verständnis hinsichtlich des Begriffs kalte Progression, sondern könnte durchaus Folgen für weitere Investitions- und Sparüberlegungen haben.

Was ist die kalte Progression?

Was die kalte Progression ausmacht

Was die kalte Progression ausmacht

Wir sind im Steuerrecht. Die letzten Jahrzehnte gab es in Deutschland eine Inflation. Das bedeuted, die Kaufkraft des Geldes wird weniger, das Geld also weniger wert.
Wer also 1990 umgerechnet 2.000 Euro verdient hatte, konnte sich damals mehr leisten als wenn dieser heute 2.000 Euro verdient. Daher sind über die letzten Jahrzehnte die Einkommen laufend gestiegen – meist allein, um die tatsächliche Kaufkraft zu erhalten.

Der Steuertarif (ab wieviel Euro zu versteuernden Einkommens welcher Satz an Steuern abzugeben ist) hat sich in dieser Zeit aber kaum geändert. Durch die inflationsbedingten Einkommenssteigerungen zahlen wir laufend mehr Steuern. So haben sich die Einkünfte etwa von 1980 bis 1990 verdoppelt, der Zeitpunkt an dem man den Spitzensteuersatz zahlen muss, aber nicht.

Dadurch erhöhen sich schleichend automatisch auch die Steuereinnahmen. Das nennt man stille oder kalte Progression. Progression bedeutet, dass besser Verdienende einen höheren Anteil als Geringverdiener als Steuern abgeben müssen.

Wie viel macht die kalte Progression aus?

Laut einer aktuellen Berechnung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) flossen dem Fiskus allein durch die kalte Progression zwischen 2001 und 2006 ganze 63 Milliarden Steuereinnahmen zu.
Das macht also eine Menge aus, die man zudem nicht konkret vor dem Wähler rechtfertigen muss.

Wie ist das in anderen Ländern?

Viele Länder sind gesetzlich verpflichtet, diese kalte oder stille Progression auszugleichen. Zahlreiche eursopäische Länder haben keine Progression (wer mehr verdient zahlt auch einen größeren Anteil), sondern eine Einstufensteuer (ein einziger Prozentsatz für alle). Damit stellt sich das Problem nicht.

Was macht das Konjunkturpaket mit der kalten Progression?

Allen Ankündigungen zum Trotz: gar nichts. Lediglich der Grundfreibetrag wird auf 8.000 Euro erhöht. Das bringt 3,5 Milliarden Euro, also pro Steuerzahler etwa 4,20 Euro pro Monat.
Die nächste Currywurst geht also auf den Fiskus. Ob’s der Konjunktur nützt, wird sich zeigen. Optimistisch sind allerdings die wenigsten.
Zuletzt stirbt bekanntlich die – große Steuerreform.

Auswirkungen der Finanzkrise

Auswirkungen der Finanzkrise

Auswirkungen der Finanzkrise

Was sind eigentlich die ersten Auswirkungen der Finanzkrise bei der „normalen“ Bevölkerung? Woran wird momentan gespart? Wie lange wird die Finanzkrise dauern und welche Spätfolgen kommen auf uns zu? Die Finanzkrise wird allerdings Dauerthema bleiben – so viel steht fest.

Folgen der Finanzkrise

Als Ausgangsüberlegung zu den Auswirkungen der Finanzkrise nehme ich an, dass man zuerst dort zu sparen beginnt, wo die Lebensqualität nicht spürbar leidet. Betroffen dürften also in erster Linie sämtliche Luxusausgaben sein.
Meist hört man von weniger Buchkäufen oder Urlaubsreisen. Nun hat es auch das Lotto getroffen. Auf den ersten Blick logisch.

Die Finanzkrise erreicht das Lotto

Der Umsatz beim Lotto verzeichnete einen Rückgang um 12,3% auf 6,04 Milliarden Euro im Vergleich zu 2007. Das meldete Toto-Lotto Baden-Württemberg am Freitag in Stuttgart. So viele t in einem Satz ;-).
Der Lottoverband macht aber nicht nur die Finanzkrise als Ursache dafür verantwortlich, sondern auch das Ausbleiben eines hohen Lotto-Jackpots von über 20 Millionen. Denn das zieht bekanntlich sehr, sehr viele Spieler an. Die strengeren Werbevorgaben des neuen Glückspielstaatsvertrages seien nicht wirklich maßgeblich für die Auswirkungen. Spannend wird es aber insoweit für 2009, wenn für Lotto im Internet keine Werbung mehr gemacht werden darf.

Zur Finanzkrise

Die Finanzkrise beschäftigt die Massenmedien seit – ja seit wann eigentlich? Hier kann Google aufgrund des Suchvolumens ein relativ kongruentes Abbild geben:

Finanzkrise

Finanzkriese

Man kann den zeitlichen Verlauf sowie das Verhältnis von Finanzkriese und Finanzkrise sehr gut erkennen. Denn Abfall für die letzten Wochen hätte ich allerdings nicht so stark erwartet. Scheinbar wirkt sich der verminderte unternehmerische Umsatz noch oder doch nicht so stark auf die Einkommen der Privathaushalte aus.

Aktuell bleiben vor allem nach wie vor gefährdete Banken und marode Unternehmen sowie deren staatliche Unterstützung im Gespräch. Die Finanzkrise hat sich nach Meinung vieler damit zu einer Wirtschaftskrise ausgeweitet, da das Geldsystem praktisch Grundlage für das Funktionieren der Wirtschaft ist. Auch wenn zu Wahlkampfzeiten negative Themen selten sind, die unerfassbare Staatsverschuldung dringt dennoch immer wieder an die mediale Oberfläche.

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