Wieso Devisengeschäfte das Finanzsystem gefährden

Häufig wird auf die Euro- bzw. EU-Spekulanten geschimpft. Dabei gibt es Devisengeschäfte oder außerbörslich gehandelte Finanzderivate schon länger. Der eigentliche Grund, warum diese Geschäfte so gefährlich werden, liegt in aller Regel nicht am Gegenstand der Spekulation. Natürlich kann man bei Nahrungsmitteln und Rohstoffen moralische sowie soziale Folgen monieren, letztlich gefährlich wird das aber durch das Volumen. Die Dosis macht bekanntlich das Gift. Der Trend der Finanzderivate und Devisengeschäfte ist eindeutig.

Das Volumen der Devisengeschäfte

Wieso Devisengeschäfte das Finanzsystem gefährden

Wieso Devisengeschäfte das Finanzsystem gefährden

Folgende Grafiken sollen dies veranschaulichen, denn als Normalbürger kann man sich solch große abstrakten Zahlengebilde nur sehr schwer vorstellen – außer man hat Astronomie studiert, Betriebswirtschaft reicht da in aller Regel schon nicht mehr aus.
Als Vergleichszeiträume dienen die Jahre 1990 sowie 2010 – verglichen jeweils mit dem BIP (Bruttoinlandsprodukt) der Welt, das zu Beginn in den ersten beiden Grafiken im Maßstab, also relativ betrachtet, gleich ist. Absolut betrachtet liegt natürlich eine deutliche Steigerung vor, wie an den Werten unter den Kugeln zu sehen ist. Grundlegende Defintionen zum Devidenmarkt kann man beispielsweise hier nachlesen.

Das Volumen der Devisengeschäfte zum BIP 1990

Das Volumen der Devisengeschäfte zum BIP 1990


Das Volumen der Devisengeschäfte zum BIP 2010

Das Volumen der Devisengeschäfte zum BIP 2010


Man erkennt bereits das jeweilige Größenverhältnis innerhalb der beiden jeweiligen Jahre. Noch entscheidender ist aber die zeitliche Entwicklung, der Trend:

Schema Kapitalmarktentwicklung 1990 - 2010

Schema Kapitalmarktentwicklung 1990 - 2010

Dazu muss man nicht mehr viel hinzufügen. Selbst die EZB hat bereits 2000 erkannt, dass (…) die Märkte sind hinsichtlich Größe, Tiefe und Komplexität in neue Dimensionen gewachsen (…) sind. Zitat von Prof. Otmar Issing, Keynote beim Symposium zum Thema „Pfandbrief und Kapitalmarkt“ am 18. Mai 2000 in Frankfurt/Main. Die Geldwertstabilität hier perspektivisch aufrecht zu erhalten, scheint eine hohe Aufgabe.
In der Schweiz sorgt übrigens ein Fall für Aufsehen, in dem ein Direktionsmitglied der Nationalbank „(…) im großen Stil Währungstransaktionen(…)“ tätigte. Die Forderung nach Transparenz ist nur allzu verständlich – diese würde man sich hierzulande auch häufiger wünschen.



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