Zu welcher Uhrzeit man am besten Aktien kauft

Es gibt durchaus Uhrzeiten, die sich besser und schlechter eignen, um Aktien zu kaufen. Gerade durch neuere Broker (Neobroker), welche auch außerbörslichen Handel zulassen, sollte man hier aufpassen und eine möglichst optimale Uhrzeit zum Kauf wählen – egal wie langfristig der Anlagehorizont ist. Damit kann man implizite Kosten beim Aktienkauf vermeiden.

Implizite Kosten beim Aktienkauf vermeiden

Es gilt unnötige Kosten zu vermeiden:

  • Spread minimieren
  • Splippage vermeiden
Was ist ein Spread?

Der Ankaufspreis (Brief-Kurs) von Wertpapieren ist höher als der Verkaufspreis (Geld-Kurs). Diese Differenz nennt man Spread.

Was ist Slippage?

Slippage bedeutet übersetzt „Schwund“. Beim Wertpapierhandel spricht man von Slippage, wenn der Orderpreis vom Ausführungspreis (meist negativ) abweicht.

Beste Uhrzeit

Für alle Ungeduldigen: beim Handel über XETRA an Handelstagen zwischen 9:00 und 17:00 Uhr, bei US-Aktien über NYSE zwischen 15:30 und 17:30 Uhr.

1. Börsenhandelszeiten nutzen

Handelt man zu schlechten Urzeiten außerhalb der Handelszeiten der relevanten Börse, zahlt man unnötig hohe Kosten, da der Ankaufspreis (Brief-Kurs) relativ teurer als der Verkaufspreis (Geld-Kurs) ist. Diese Differenz nennt man Spread.
Diese Spreads sind außerhalb der Börsenhandelszeiten oft um ein Vielfaches höher, teilweise bis zu einem Faktor von 10.

Gerade neue Broker bieten auch außerbörslichen Handel an, man kann also auch außerhalb der Börsenhandelszeiten Aktien kaufen.

Beispiel Trade Republic, Scalable Capital, smartbroker

Bei diesen Neo-Brokern hat man den „Luxus“ auch schon ab 7 oder bis 22 Uhr Aktien zu handeln. Dabei wird bei Trade Republic das Handelsgeschäft über den Partner Lang & Schwarz abgewickelt, einer außerbörslichen Handelsplattform. Tradegate ist ein vergleichbarer Dienstleister, dem man auf anderen Plattformen wie Flatex, smartbroker oder Onvista häufiger begegnet. Scalable Capital verwendet beispielsweise gettex.
Dadurch spart man sich zwar das Börsenentgelt, gerade außerhalb der Handelszeiten der eigentlichen Börsen, wird es schnell teuer.

2. Öffnungszeiten sind nicht Handelszeiten

Die Handelszeiten sind kürzer als die Öffnungszeiten.

Platziert man seine Order außerhalb der Handelszeiten, wandert diese in die Warteschlange. Dann kann ein Eröffnungskurs zu Handelsbeginn oftmals erheblich vom zuletzt bekannten Schlusskurs abweichen („Slippage“). Vorsicht.

Auch machen manche Börsen wie in Hongkong auch eine Mittagspause. Ja das soll es noch geben.

3. Hohes Handelsvolumen hilft

Neben der Handelszeiten hilft ein hohes Handelsvolumen. Denn diese Liquidität führt in der Regel auch zu geringen Spreads.

Ungewöhnliche Aktionen, Termine

Verfallstag von Futures und Optionen

Immer am Quartalsende am jeweils dritten Freitag dieses Monats verfallen die Terminkontrakte von Futures und Optionen. Und zwar genau um 12.00 Uhr (STOXX) bzw. 13.00 Uhr (DAX).
Das kann zu ungewöhnlicher Aktivität führen.

WallStreetBets

Wenn ungewöhnliche Aktionen vorherrschen sollte man sich aus meiner Sicht als Anleger (nicht als Zocker) raushalten, Beispiel https://de.wikipedia.org/wiki/WallStreetBets.

Wirtschaftmeldungen

Die Börsenkurse reagieren auf Wirtschaftsmeldungen und seit einigen Jahren auch auf Influencer sozialer Netzwerke.

Wichtige Wirtschaftsdaten, Unternehmensmeldungen werden zu bekannten, geplanten Terminen und Uhrzeiten bekannt gegeben. Darüber sollte man sich immer kurz informieren.

Hier sollte man aufpassen. Einerseits ist das Handelsvolumen hier hoch, andererseits kann es überproportionale Kursschwankungen geben und man erwischt nicht immer den besten Kurs bei solchen Ausschlägen. Meiner Erfahrung nach erwischt man sogar häufig einen ziemlich schlechten Kurs als Privatanleger am Ende der Nahrungskette, kann aber auch nur selektive Wahrnehmung sein.

DAX-Auktionen

Es gibt in der Regel täglich drei Auktionszeitfenster mit oftmals überdurchschnittlicher Liquidität und folglich geringen Spreads:

  • Eröffnungsauktion von 8:50 bis 9:00 Uhr
  • Mittagsauktion um 13:00 Uhr
  • Schlussauktion von 17:30 bis 17:35 Uhr

Fazit

Wie Du die beste Uhrzeit beim Aktienkauf erwischt:

  1. Nur in den Handelszeiten kaufen

    Es gilt implizite Kosten wie Spread und Slippage zu reduzieren. Daher bieten sich die Handelszeiten mit hohem Handelsvolumen je nach betreffender Börse an.
    Beim Handel über XETRA an Handelstagen zwischen 9:00 und 17:00 Uhr, bei US-Aktien über NYSE zwischen 15:30 und 17:30 Uhr. Auch DAX-Auktionen führen meist zu hoher Liqudität.

  2. Spezielle Termine berücksichtigen

    Es gibt Sonderfälle, die man kennen und in der Regel meiden sollte. Dazu rechnen grundsätzlich der Montagmorgen und die Verfalls-Freitage von Futures und Optionen.

War diese Seite hilfreich für Dich?

Warum? Danke für Deine Hinweise, Verbesserungsvorschläge.

Standardbild
Robert Hartl
Ich bin jetzt auch schon über 40 und habe mich lange Jahre kaum um meine Finanzen strategisch gekümmert. Seit gut 10 Jahren ist das anders. Ich lese, recherchiere, denke nach und investiere - mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Mein Vermögen ist sechsstellig und setzt sich zusammen aus Barvermögen, Aktien-Fonds, ETFs, Aktien, Kryptowährungen, physischem Gold und Immobilien. Hier berichte ich über meine Gedanken, Strategien und Erfahrungen als Privatanleger - positiv wie negativ.

Ein Kommentar

  1. Morgens vor ersten Kaffee, noch im Halbschlaf, ist das Trading auch suboptimal… das beweist schmerzlich meine eigene Erfahrung 😉
    Viele Grüße!

Schreibe einen Kommentar